Wave - Gotik - Treffen in Leipzig zum Wonnemond.

Nach dem Festival ist vor dem Festival, dass könnte man für das Wave - Gotik - Treffen zu Pfingsten in Leipzig ruhig jedes Jahr schreiben.

Das XIV. Treffen ist nun zu Ende, die Tore geschlossen und der Zeltplatz geräumt. Wieder haben sich schwarze Seelen aus ganz Europa dem Treffen hingegeben. Man konnte Leute beobachten, die zum ersten Mal oder Alteingesessene wiederholt sehen und Wetten darauf abschließen, ob sie nächstes Jahr wieder mit dabei sind

Ein besonderes Augenmerk lag bei den Veranstaltern in diesem Jahr in der Konzipierung der legendären Mitternachtsspeziale auf 80er Jahre Legenden: Die Krupps, Visage und Human League. Die Frage ist nun, ob das Konzept gefruchtet hat. Als “Anheizer“ vor den Mitternachtsspezialen fungierten Hocico, Apoptygma Berzerk und Umbra et Imago. Sie bildeten in der Hörerschaft eine gewisse Kluft und somit lüftete sich die AGRA Halle immer zu Beginn der Speziale ein bisschen. Aber nicht zum Vergnügen der „älteren Liga“.

Wie immer war man leidgeprüft, wenn man Probleme in der Entscheidungsfindung bei der Wahl der Musikveranstaltungen hat. Mit über 20 Veranstaltungsorten wurde, genreübergreifend geschrieben, ein richtig fettes Programm geboten. Es konnte das knappe Plaste–Elaste–Dress übergestreift und zur “Obsession Bizarr“– Fetischtreffen 2005 gestöckelt werden oder man zog sich das selbstgeschossene Bärenfell mit Trinkhorn über und auf ins heidnische Dorf. Egal welcher Neigung man nachging, irgendwo war da ein kleines Plätzchen, an dem man mit gleichgesinnten das Festival gemeinsam begehen konnte. In den Schlangen konnte man dann holländisch, spanisch, französisch und englisch hören.

Mit Stoa gönnte ich mir einen NeoKlassik Abend und wie im letzten Jahr wurde eine kribbelnde Atmosphäre durch die Projektion von gewaltigen Bildern an die Theaterwand (William Blake und Carl Schwabe) und Synthesizer- Cello- Gitarre- und Sopranstimme Klängen erzeugt. Im Anschluss spielte die französische Formation Collection D’Arnell Andrea. Wunderbar war, dass sie meinen persönlichen Favoriten “Deafening Breath“ darboten. Zufinden ist der Song auf einer von mir sehr geschätzten Kompilation mit dem Namen "Knights Of Abyss". Eine kleine Schelte und zu meiner und anderer Trauer war der Anker so überfüllt, dass es kein Durchdringen zu Tony und Kumpanen (Sol Invictus) gab. Aber zurück zu den schönen Momenten, man konnte eine Vielzahl von imposanten Konzerten, wie Eva O., And Also The Trees und Paul Roland erleben.
Wie eingangs beschrieben, kann man getrost seinen Terminkalender schon für 2006 aufschlagen, Stift spitzen und eine wichtige Notiz machen: „Leipzig - XV. WGT“.



Die Krupps Human League Visage
Umbra et Imago Welle Erdball Paul Roland
Eva O Herbert Krauss Stoa
Hocico Collection Arnell´ Andrea And Also The Trees
Die Krupps Apoptygma Berzerk Oswald Henke
Die Bilder können zum Vergrößern nochmals angeklickt werden. Die Größe der Bilder liegt etwa zwischen 100 und 200 kb.